Schulterarthroskopie

Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) des Schultergelenkes ist ein minimalinvasives Verfahren zur operativen Behandlung von Schultererkrankungen. Außerdem kann mit einer Spiegelung des Schultergelenkes in den äußerst seltenen Fällen von unklaren Schmerzen das Schultergelenk eingesehen und unter Sicht untersucht werden.

Durch den wissenschaftlichen Austausch im Rahmen der Mitgliedschaften bei der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie ( AGA) und der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie ( DVSE) sind unsere operativen und nichtoperativen Therapieverfahren dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst.

Bild Schulterarthroskopie- Blick in ein rechtes Schultergelenk

Blick in ein rechtes Schultergelenk

OK = Oberarmkopf, LBS = Lange Bicepssehne, SS = Schultersehnen (Rotatorenmanschette)

Bild Schulterarthroskopie- Blick in ein rechtes Schultergelenk

Blick in ein rechtes Schultergelenk

OK = Oberarmkopf, LA = Labrum (Gelenklippe), GP = Gelenkpfanne, TH = Tasthaken

Durchführung der Schulterarthroskopie

Unter Vollnarkose werden über drei bis fünf kleine Hautschnitte (ca. 0,5 cm) eine Videokamera und Operationsinstrumente in das Schultergelenk eingebracht. Der Patient wird hierbei in sitzender Position gelagert («beach chair Lagerung»). Die Dauer des Eingriffes ist abhängig von den durchgeführten Maßnahmen. Die Schulterarthroskopie wird als kurzstationärer Eingriff durchgeführt, d.h. ein stationärer Aufenthalt von einem bis zu drei Tagen postoperativ ist erforderlich.

Indikationen zur Schulterarthroskopie

Im Folgenden werden Schultererkrankungen aufgeführt, bei denen eine arthroskopische Therapie notwendig sein kann:

  • Einrisse oder Abrisse von Schultersehnen (Rotatorenmanschette)
  • Verkalkungen
  • Arthrose des Schultereckgelenkes (Akromioclavikulargelenk-Arthrose)
  • Schulter-Engpass-Syndrom (Subakromiales Impingementsyndrom)
  • Ausrenken des Schultergelenkes (Luxation)
  • Schultersteife
  • Freie Gelenkkörper
  • Erkrankungen der Gelenkschleimhaut
  • Erkrankungen der Gelenklippe (Labrum acetabulare)
  • Knorpelschäden des Schultergelenkes
  • Beginnende Arthrose des Schultergelenkes
  • Chronische Schleimbeutelentzündung (Bursitis subakromialis)
  • Infektion des Schultergelenks (Gelenkempyem)

Nicht selten finden sich mehr als eine der beschriebenen Ursachen für ein schmerzendes Schultergelenk.

Bitte beachten Sie, dass die Indikation zur Schulterarthroskopie erst nach sorgfältiger Erhebung der Krankheitsvorgeschichte, einer gezielten körperlichen Untersuchung des Schultergelenkes und speziellen diagnostischen Verfahren (Röntgenuntersuchung, Sonografie, Kernspintomografie) gestellt werden sollte. Nur hierdurch ist eine prognostische Einschätzung des Therapieerfolges möglich.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach einer Schultergelenkspiegelung wird durch den Operateur individuell erstellt. In den meisten Fällen kann das Schultergelenk anschließend schmerzadaptiert frei bewegt werden. In manchen Fällen, insbesondere bei aufwendigen Rekonstruktionseingriffen (z.B. Wiederanheften von abgerissenen Schultersehnen = Rotatorenmanschettenrefixation) kann es notwendig sein, dass für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen das operierte Schultergelenk in einem speziellen Schulterverband gelagert werden muss. Der Patient erhält postoperativ einen Nachbehandlungsbogen, in dem kurz die Operationstechnik beschrieben wird und Anweisungen an den nachbehandelnden Krankengymnasten, sofern eine Physiotherapie postoperativ notwendig ist, enthalten sind. Die Wundfäden können 12 Tage nach dem Eingriff entfernt werden.

Hier können Sie einen Termin in unserer Schultersprechstunde per Mausklick vereinbaren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bitte bringen Sie zu dem Termin sämtliche Unterlagen und Bildaufnahmen von bereits durchgeführten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mit.

Autor: Dr. Oliver Steimer