Knorpelschaden

Der Gelenkknorpel ist eine aus speziellen Zellen und einer Grundsubstanz aufgebaute Form des Bindegewebes. Der Oberschenkelkopf und die Gelenkpfanne sind mit Knorpelgewebe überzogen. Hierbei dient der Knorpel zur reibungsfreien Beweglichkeit des Gelenkes.

Es existieren unterschiedliche Ursachen für Gelenkknorpelschäden. Neben unfallbedingten Schäden und Abnutzungsprozessen, können insbesondere Formstörungen des Gelenkes wie z.B. eine schlechte Pfannenüberdachung (Hüftdysplasie) oder das femoroacetabuläre Impingementsyndrom zu Knorpelschäden führen.

In Abhängigkeit der Ausprägung und Größe des Knorpelschadens existieren verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Bei oberflächigen Schäden reicht zumeist eine Glättung des Defektes (Shaving). Auf diese Weise werden instabile Knorpelanteile entfernt. Bei tieferreichenden Knorpeldefekten besteht die Möglichkeit der Eröffnung des unter dem Knorpelschaden freiliegenden Knochens, um kleine Blutungen auszulösen (Pridie-Bohrung / Mikrofrakturierung). Hierdurch entsteht ein Narbengewebe («Bioprothese»), welches den Knorpelschaden ausfüllt und so repariert. Die Qualität und Belastbarkeit dieses Narbengewebes ist jedoch im Vergleich zu dem gesunden Gelenkknorpel deutlich reduziert.

Eine weitere Möglichkeit der Therapie von Knorpelschäden des Hüftgelenkes ist die Knorpelzelltransplantation (Autologe Chondrozyten Transplantation = ACT). Hierbei wird in einem ersten Eingriff rein arthroskopisch Knorpelgewebe entnommen und in einem sehr aufwendigen Verfahren dreidimensionale Knorpelzellen (kugelförmig – Sphäroide) angezüchtet. Etwa 5-8 Wochen später werden diese Zellen wieder rein arthroskopisch in den Defektbereich eingesetzt (Transplantation).

Bislang wenden wir einzigartig im Saarland dieses rein arthroskopische Verfahren erfolgreich am Hüftgelenk an.

Welche der genannten Therapiemöglichkeiten bei vorhanden Knorpelschäden angewendet wird, muss individuell, dass heißt in jedem Fall einzeln, entschieden werden. Hierzu ist neben der exakten Erhebung der Krankheitsvorgeschichte, der genauen Untersuchung des Patienten auch insbesondere eine genaue Bildgebung (Röntgenuntersuchung und Kernspintomografische Untersuchung) erforderlich.

Knorpelzelltransplantation (Autologe Chondrozyten Transplantation = ACT)

Bild Knorpelzelltransplantation - Blick in den inneren Gelenkbereich eines rechten Hüftgelenkes

Blick in den inneren Gelenkbereich eines rechten Hüftgelenkes

K = Oberschenkelkopf, P = Gelenkpfanne, Z = Knorpelzellen, die mit einem Spezialinstrument (P = Pipette) in den Defekt eingebracht werden.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen über Therapie und Behandlung von Knorpelschäden finden Sie hier.

Autor

Dr. Oliver Steimer